Markus Mingo: Saisonrückblick 2018

Es tut einfach gut etwas abzuschließen, den Deckel draufzumachen und in den Schrank zu packen. So auch die Erinnerungen an das Sportjahr 2018, das für mich sehr viele Höhen und wenig Tiefen hatte.

WM als Motivation

Die Motivation war mit der Nominierung für die Ultra Trail WM im Rahmen des Penyagolosa Trails (Spanien) von Beginn an extrem hoch. Beflügelt von der Ehre im Nationaltrikot laufen zu dürfen, gepaart mit der Ehrfurcht meinen bisher längsten Ultra (85 Kilometer, 5000 Höhenmeter) bewältigen zu müssen gab ich bereits im Winter mächtig Gas, um Mitte Mai topfit mit einigen der besten Trailrunner der Welt an der Startlinie stehen zu können. Der Thermenmarathon in Bad Füssing (2:41h) bei Schnee im Februar, der Silberhüttentrail (2. Platz) und auch der Chiemgau Trail (1. Platz) deuteten auf eine beeindruckende Form hin.

Leider konnte ich meine eigenen Erwartungen bei der WM nicht ganz erfüllen (43. Platz) und blieb mit 10h Laufzeit deutlich über meinem Ziel von 9:30h. Im Nachhinein würde ich mir den Chiemgau Trail die Woche vorher sparen (den langen, schnellen Downhill hatte ich doch weniger verdaut als ich mir eingestehen wollte) und würde auch meine Verpflegung anders planen (drei VPs auf 88 Kilometer ist man bei uns einfach nicht gewohnt). Trotzdem zähle ich die Trailrun World Championship mit einem tollen deutschen Team zu den sportlichen Lebenshighlights und möchte keine Sekunde (außer vielleicht Kilometer 70 – 80 J ) davon missen.

Transalpine Run als sportliches Lebenswerk

Anschließend war die sportliche Luft ein wenig raus – auch wenn man sich das Mitte Mai natürlich nicht wirklich eingestehen will. Ein letztes Aufbäumen schaffte der Körper nur zwei Wochen nach der WM beim fordernden Stuibentrail (2. Platz) und dem Gibacht Berglauf (1. Platz), bevor ich mir endlich die nötige Pause gönnte und mich gezielt auf mein 2. Saisonhighlight, dem Transalpine Run, vorbereitete. Highlight in dieser Phase natürlich die (Mit)Organisation des U. Trail Lamer Winkel, der auch in seiner dritten Austragung eine sensationelle Erfolgsgeschichte fortschrieb.

Ein krankheitsbedingter Ausstieg beim GGUT und eine entzündete Sehne kurz vor dem TAR zwangen mich zur notwendigen „Sommerpause“. Das anschließende Kräftesammeln und das wirklich akribische „auf den Körper hören“ waren wohl der Schlüssel zu meinem persönlichen Sommermärchen 2018 – den Start-Ziel-Sieg beim Transalpine Run mit Hannes Namberger. Ein oft zitierter sportlicher Lebenstraum!

Das „Auslaufen“ beim Arberland Ultratrail (64k, 2300hm) war wider jede Vernunft und zog dem Körper die letzten Körner. Trotzdem tat der Auftritt bei einer, der mittlerweile zahlreichen heimischen Veranstaltungen, „dahoam im Woid“ der Seele gut und läutete nach einer langen Saison meine Winterpause ein.

Kurz vor Jahresende noch ein weiteres Highlight: Als erster Trailrunner wurde ich von der Mittelbayerischen Zeitung für die Wahl zu Ostbayerns Sportler des Jahres nominiert. Eine Ehre, die mich sehr freut und vor allem zeigt, dass die Sportart Trailrunning im Bayerischen Wald immer mehr an Popularität gewinnt.

Ergebnisse:

Sponsoren und Förderer

Eine Familie ernähren und vom Sport Leben kann man als Trailrunner natürlich nicht einmal ansatzweise. Trotzdem gibt es mittlerweile zahlreiche Partner, Sponsoren und Unterstützer bei denen ich mich am Ende dieser Saison bedanken möchte: Hierzu zählen die Ausrüster SCOTT, CEP, und JULBO, die mich mit dem nötigen Material versorgten, AKTIV3 auf deren Verpflegung ich mich bei langen Wettkämpfen verlassen durfte, das FitIn Blaibach, in dem ich mein Alternativtraining absolvieren darf und die Mittelbayerische Zeitung, die zahlreiche Artikel über meine persönlichen Erlebnisse und Trailrunning im Allgemeinen druckt. Dazu natürlich meine ganze Familie ohne die das Sporteln in dieser Form niemals möglich wäre…

DANKE für die tolle Saison 2018!

Markus

Team Gamsbock bei den Infinite Trails in Bad Hofgastein

Team Gamsbock mit starkem Ergebnis beim Prolog – 7. Platz im international stark besetzten Starterfeld für Markus, Martin und Michael

Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Maria Koller und Wolfgang Hochholzer fuhr das Team Gamsbock dezimiert zur inoffiziellen Team-Weltmeisterschaft der Trailrunner nach Bad Hofgastein.

Ein innovatives Rennformat mit Prolog (Freitag) und Staffelrennen mit Jagdstart (Sonntag) weckte das Interesse der Läuferinnen und Läufer aus dem Lamer Winkel. Mit dabei waren neben Teamchef Max Hochholzer auch Markus Mingo, Michael Münster, Martin Mühlbauer, Lucia Haböck und Johannes Schmid.

Team Gamsbock I: Markus Mingo, Martin Mühlbauer, Michael Münsterer

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Die Groß(artig)e Reibn – Skitouren-Klassiker der Ostalpen

Über ca. 4.300 Höhenmeter und 47 Kilometer führt die legendäre hufeisenförmige Runde durch das winterliche Hagengebirge und Steinernes Meer im Berchtesgadener Land. Johannes vom Team Gamsbock schaute sich die Strecke zusammen mit zwei Freunden endlich mal genauer an.

„Unglaublich“ entfährt es mir schon wieder, als ich im Schein meiner Stirnlampe die nächste Spitzkehre in den 20cm tiefen Pulverschnee hinauf zum Schneibstein setze.

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Auerhahntrail 2017: Lauffreude pur

ARBERLAND Ultra Trail

Bei nur vier Grad Celsius wagten sie sich auf die 60 Kilometer lange Strecke, bei der es insgesamt 2500 Höhenmeter und 7 Gipfel zu bewältigen gilt. Mit Silberberg, Kronberg, Harlachberg, Sternknöckl, kleiner Arber, großer Arber und Mittagsplatzl waren damit alle Highlights rund um Bodenmais vertreten. Um zehn Uhr, bei mittlerweile strahlenden Sonnenschein erfolgte der Start über die 35 Kilometer-Distanz: der Auerhahntrail ist nur gut halb so lang, aber mit 1500 Höhenmeter auch nicht zu unterschätzen. Schließlich stand gleich zu Beginn der Anstieg auf den kleinen Arber über den Hochfall an, bevor es dann auf den großen Arber ging.

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U.TLW 2018: Michael beim Trailrunning Fest im Bayerischen Wald

Michael Münsterer lief auf seiner Heimatstrecke das Rennen seines Lebens und finishte auf einem starken 12. Platz. Hier berichtet er von seinen Erlebnissen auf den „Home-Trails“ im Lamer Winkel:

Bild: Marco Felgenhauer

„Von und für Trailrunner“ lautet der Spruch auf der Hompage des Dynafit U.Trail Lamer Winkel und das kann wahrscheinlich jeder einzelne Läufer, der hier am Start war, bestätigen. Ein rundum perfekt organisierter Lauf, den hier das Team Gamsbock zum dritten Mal auf die Beine gestellt hat.

Es standen wieder zwei Strecken zur Verfügung, bei denen insgesamt rund 700 Läufer an den Start gingen. Zum einen den „Osser-Riese“ mit 24 Kilometer und 1200 Höhenmetern, zum anderen den „König vom Bayerwald“ mit 55 Kilometer und 2600 Höhenmeter.

Erfahrungsbericht Michael

Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, wie ich den U.TLW empfunden habe. Unbeschreiblich um ehrlich zu sein, wenn man bei so einem Event, in seinem Heimatdorf starten darf und von Freunden, Verwandten und Bekannten über die gesamte Strecke angefeuert wird.

Im Startblock umgeben von Top-Läufern freute ich mich riesig auf den Startschuss und war gleichzeitig auch richtig angespannt, mit der Angst einen schlechten Tag zu erwischen. Vom Start weg fühlte ich mich aber sehr gut und lief mit in einer 4er Gruppe Bayerwoidla (Thomas Lechermann, Schober Andreas und Wanninger Thomas) zur Bergwertung am Eck. Und was sich am Eck abspielte, war verrückt, hunderte von Leuten feuerten uns in dreier Reihen an. Es war absolut überwältigend, ein riesen Dankeschön an alle Zuschauer.

Auch den weiteren Rennverlauf bis hin zum kl. Arbersee hätte ich mir nicht besser wünschen können. Mein Freund und Trainingspartner Thomas Lechermann und ich bewältigten zusammen, gut gelaunt, Gipfel um Gipfel. Leider plagten Thomas nach dem Downhill vom Gr. Arber zum kl. Arbersee Krämpfe, so musste ich von da an ohne ihn weiter. Der nächste längere Anstieg bis zur nächsten VP Scheiben ging ziemlich locker und oben angelangt wurde ich belohnt mit einem erneuten Stimmungsnest voller Zuschauer, genial…

Noch zwei Anstiege vor mir und immer noch bestens gelaunt ging’s weiter Richtung Zwercheck, auch dieser Anstieg ging noch relativ locker von den Beinen.
Die lange Forststrecke bis hin zum letzten Anstieg auf den Osser zog sich dann schon und allmählich waren auch die Beine nicht mehr ganz so locker. Diesen letzten Gipfel musste ich mir richtig erkämpfen und auf jeden Schritt aufpassen, denn bei jedem zu langen merkte ich, dass die Waden zumachen. Die Strecke hinauf zum Osser bin ich wahrscheinlich schon so rund um die 50mal gelaufen, aber so hart war’s noch nie. Immer wieder redete ich mir ein: „da bist scho so oft afe, etz kimmst heid a no afe“.

Oben angelangt in dem Wissen jetzt nur noch bergab ins Ziel, war ich überglücklich und auch die Zuschauer hier bei der letzten VP machten wieder eine Hammer Stimmung. Den Abschluss diesen genialen Rennens, auch ihn hätte ich mir nicht viel besser wünschen können. Kurz vor dem kl. Osser traf ich nämlich auf Lukas Sörgel, der leider auch von Krämpfen geplagt, schon das Tempo herausgenommen hatte. So beschlossen wir gemeinsam den Downhill bis ins Ziel zu laufen. Danke Lukas, es war mir eine Ehre! 🙂

Der Zieleinlauf, wie nicht anders zu erwarten absoluter Wahnsinn. Danke danke danke an alle diese Zuschauer für diese Stimmung. Danke an alle Helfer und natürlich das Orga-Team für diese perfekte Veranstaltung. 5:46:05 Stunden war ich für die 55km und 2600hm unterwegs und im Nachhinein muss ich sagen, es war jede einzelne Minute wert. Für mich der beste Trailwettkampf, einfach geil bei uns im Woid…

Zugspitz Trailrun Challenge 2017

Höher und spektakulärer geht’s nicht bei einem Traillauf-Event in Deutschland. Der Gipfel der 2.962 m hohen Zugspitze ist atemberaubender Zielpunkt für Deutschlands härtesten Marathon bei der vierten Auflage der SCOTT ROCK THE TOP – Zugspitz Trailrun-Challenge vom 22. bis 23. Juli. Gestartet wird im österreichischen Ehrwald. Der traumhaft schön gelegene Ort inmitten der Berglandschaft der Zugspitz Arena Bayern-Tirol ist diesmal Schauplatz aller vier Wettkämpfe an zwei Tagen. Vor allem die Marathon-Strecke von Ehrwald auf die Zugspitze hat es in sich: 4.076 Höhenmeter im Aufstieg auf 45 Kilometer Distanz sind hier zu bewältigen. Auch der Zugspitz Berglauf ist ein Rennen für technisch versierte und alpin erfahrene Läufer. 15,8 km und 2.127 Höhenmeter sind nichts für Anfänger. Wer es weniger extrem mag, der findet im Halbmarathon (20,9 Kilometer und 1035 HM) und in der 10 km-Kurzdistanz (495 HM) passende Alternativen.

Das Team Gamsbock stand mit Johannes, Lucia, Martin und Markus an der Startlinie:

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Markus bei der Trailrunning WM: Harter Ritt nach Sant Joan

Frenetisch jubelnde Zuschauer in den engen Gassen Kataloniens, ein technischer, harter aber wunderschöner Kurs mit gefühlt 80 % Singletrailanteil, ein Weltklasse Starterfeld mit würdigen Weltmeistern und dazu eine hochsympathische deutsche Mannschaft mit einem sagenhaften „WIR-Gefühl“.  

Markus Mingo berichtet von der Weltmeisterschaft im Trailrunning:

Von Beginn an Gänsehaut

Bereits die Eröffnungszeremonie donnerstagabends erzeugte Gänsehautfeeling pur. Die Nationen zogen durch die Gassen der 170.000 Einwohnerstadt Castellon und wurden von der Bevölkerung frenetisch gefeiert. Es war gefühlt die ganze Stadt auf den Beinen und feierte Ihre „Helden“ der spanischen Volkssportart Trailrunning.

Samstag 5:50 Uhr befinden wir uns im hell erleuchteten Stadion Castellons. Musik dröhnt aus den Boxen und die Athleten aus 49 Nationen stehen angespannt an der Startlinie. Ein WM Start ist etwas Besonderes: Alleine die Nationaltrikots, 400 ausgezehrte, bis aufs äußerste trainierte Läufer, minimalistische Ausrüstung. Jeder weiß hier genau was er tut – jeder hat seine ganz spezielle Wettkampfstrategie für die bevorstehenden 86km und 5000 Höhenmeter.

Ballern ab Kilometer 0

Nach dem Startschuss wird losgeballert, dass einem angst und bange wird. Die Sportler sprinten die obligatorische Stadionrunde regelrecht, bevor es raus in die Dunkelheit geht. Nach etwa zwei Kilometern biegt die Route ab auf einen schier endlosen Singletrail. „Läufe sollten öfters so früh am Morgen beginnen“ schießt es mir durch den Kopf. Damit meine ich nicht den Wecker um 3:15 Uhr oder das Frühstück um 3:30 Uhr, sondern diese besondere, fast mystische Atmosphäre, die die beginnende Morgendämmerung auf den schmalen Pfaden, hoch über den Dörfern Kataloniens erzeugt.

Der Deutschlandexpress rollt

Ich treffe auf Benni Bublak und Matthias Dippacher vom Team Germany und zusammen rollt der Deutschland Express ganz gut über die ersten Kilometer. Dann der einzige Wehrmutstropfen dieses wunderschönen Laufes. Auf der anspruchsvollen Strecke reicht ein kleiner Fehltritt und schon schlage ich hart auf den steinigen Boden auf. Der Arm ist erstmal taub, doch der Schmerz vergeht und etwas benommen laufe ich weiter. Trotzdem: Ab diesem Zeitpunkt habe ich eine Blockade im Kopf und während ich ansonsten jeden Downhill genieße und mich auch bei flottem Tempo erholen kann, laufe ich die schweren Passagen heute ängstlich und völlig verkrampft nach unten. Das kostet leider Zeit und Kraft.

Ansonsten ist der Wettkampf einfach nur schön. Immer wieder passieren wir katalonische Dörfer und werden durch ein Spalier unzähliger Zuschauer, unterstützt durch Kuhglocken Gebimmel und das Läuten der Kirchenglocken, lautstark gefeiert und angefeuert. Ein unglaubliches Gefühl und wahre Streicheleinheiten für die Sportlerseele – alleine dafür hat sich das harte Training im Vorfeld gelohnt.

Das Rennen läuft gut: Bei Weltmeisterschaften ist eine Versorgung nur an den ausgeschriebenen Verpflegungsstellen (hier bei Kilometer 31, 42, 63) erlaubt und klappt Dank der herausragenden Betreuung durch Jens Lukas und seiner Frau Maya ausgezeichnet. Ich laufe einen Großteil der Strecke mit Matthias Dippacher und wir sind gut unterwegs: VP2 (42k, 2200hm) passieren wir nach knapp vier Stunden und auch bei 52 Kilometer blicke ich auf die Uhr. Es sind hier exakt 2670HM und 5:20h. Den U.TLW hätten wir also gerade im Kasten. Hier treffen wir auch auf den schwedischen Superstar Andre Jonsson – er geht, wir laufen. Team Schweden kassiert – jagga. Vorbei geht es auch an der deutschsprachigen Konkurrenz aus den Nachbarländern. Wir überholen Florian Grasl (AUT) und Urs Jenzer (SUI), die immerhin Siege beim Großglockner Ultratrail oder beim Eiger Ultratrail auf dem Buckel haben. Somit setzen wir uns in der Teamwertung auch vor Österreich und die Schweiz.

Mixed Emotions: Ultra pur

Ab Kilometer 68 erlebe ich dann innerhalb kürzester Zeit die ganze Bandbreite des Ultra(trail)laufens. Emotionen von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt im ständigen Wechsel. Die heißen Temperaturen und die wenigen Verpflegungsstellen fordern ihren Tribut und mir geht das Wasser aus. Völlig dehydriert quäle ich mich die steilen Anstiege nach oben und muss Dippi ziehen lassen. Hier wünsche ich mir Johannes herbei, der mich im letzten Jahr bei der deutschen Meisterschaft als Tempomacher so grandios unterstützt hatte und mich regelrecht den letzten Berg hochtrieb. Giovanni wo bist du? Einige Kilometer später schaltet wohl der Körper (immer noch ohne Wasser) auf Notreserve. Plötzlich laufe ich wieder leicht und locker, genieße die schmalen Pfade und habe das Gefühl ewig so weitermachen zu können. Flow pur nach 75 Kilometern und 4500 Höhenmetern. Leider hält dieses „ewig“ nicht allzu lange und nach etwa 82 Kilometern passiert das, was sich bereits vor einiger Zeit angekündigt hatte: Alle Kraft weicht aus dem Körper, ich bin leer, ausgebrannt, habe das Gefühl zu verdurschten – nichts geht mehr. Im Anstieg zwinge ich mich, auf beide Stöcke gestützt, ein Bein vor das andere zu setzen, Schritt für Schritt nach oben. Ich kämpfe gegen den „Mann mit dem Hammer“ und beginne im flacheren Gelände wieder locker zu Joggen und bergab zügig zu laufen.

Ich muss, ich will, ich KANN

Endlich eine Wasserstation. Das Ziel vor Augen aktiviere ich die letzten Reserven und kann nach gut 88 Kilometern (die Route wurde aus Naturschutzgründen verlängert) erfolgreich am Kloster Sant Joan finishen. Diese WM Strecke hat mir alles abverlangt, aber auch so unendlich viel gegeben. Am Ende bleiben für mich „nur“ der 44. Platz in der Einzel- und der 5. Platz in der Mannschaftswertung. Auch wenn bei optimalem Rennverlauf noch etwas mehr möglich gewesen wäre sind 88km, 4900hm in 10:02h auf dieser technisch anspruchsvollen Strecke ein starker Auftritt. Ich muss, ich will, ich KANN mit  dieser Leistung zufrieden sein und bin stolz Teil dieses wunderbaren deutschen Teams gewesen zu sein. Für mich war die Trailrun WM im spanischen Castellon das Größte und Außergewöhnlichste was ich bisher als Sportler erleben durfte. Die Tatsache, dass auch der Weltmeister Luis Alberto Hernando am nächsten Morgen beim Frühstück etwas unrund ging, beruhigte ungemein.

Ergebnisse, Bilder gibt es hier

Wolfgang´s Jahresrückblick 2017

Mein Jahr startete aus läuferischer Sicht eigentlich äußerst unspektakulär. Zum einen plagten mich noch ein paar Wehwehchen aus der Laufsaison 2016, zum anderen reizten mich zu dieser Jahreszeit Alternativsportarten, wie Langlauf und Tourenski einfach deutlich mehr. Ein Traumwinter im Januar mit bester Schneelage ermöglichte ein paar tolle Skitouren direkt von meiner Haustüre aus und die naheliegenden Loipen waren auch bestens präpariert.

Den tollen Winter krönten wir dann Mitte April zum Abschluss mit einem „gschmeidigen“ Skitouren-Ausflügerl nach Zermatt und Chamonix. Wobei „Chamonix“ in diesem Fall wirklich ein Satz mit „X“ war und wir noch an Ort und Stelle direkt von der Skitourenausrüstung auf kurze Hose und Laufschuhe umstiegen. Der Umstieg von Ski auf Lauf war kurz und schmerzvoll, denn wir nahmen uns dort gleich mal die Vertical KM Stecke vor J

 

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