Road to TAR 2016 - Das Equipment

Road to Transalpine Run 2016 - Etappe 5: Das Equipment

„Der GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN ist ein extremer Team-Etappenlauf über die Alpen. Die verschiedenen Streckenabschnitte der einzelnen Tagesetappen beinhalten teilweise hochalpine Passagen, die von jedem Teilnehmer spezielle Vorerfahrungen und -kenntnisse erfordern.“ Aus diesen Gründen erfordert der Transalpine Run neben guter körperlicher Fitness und Bergerfahrung natürlich auch die Wahl der richtigen Ausrüstung. Wie bei jedem Ultratrail gibt es eine sogenannte Pflichtausrüstung, zu der wir einige Tipps und Tricks aus unserer bisherigen Rennerfahrung geben möchten. Außerdem stellen wir einige Ausrüstungsgegenstände vor, die wir in dieser Saison bereits getestet haben und guten Gewissens empfehlen können:

Schuhe:

Die Etappen wechseln von hochalpin zu Schotter- und Teerstraßen, sowie von nassen zu sehr trockenem Gelände. Mitunter gilt es auch Schneefelder oder einen Gletscher zu durchqueren. Für all diese Streckenabschnitte gilt es das passende Schuhwerk zu finden:

Wenn man sich sieben Tage am Stück über unterschiedlichsten Untergrund über die Alpen bewegt, sollten Schuhe vor allem eines: passen! Mit dem SCOTT Kinabalu RC habe ich hier meinen Traumschuh gefunden – leicht, agil, schnell, optimale Passform und ein unglaubliches Laufgefühl. Für den Fall, dass die Zehen irgendwann blau sind nehme ich meinen Lieblingsschuh sicherheitshalber noch eine halbe Nummer Größer mit. Bei besonders widrigen Bedingungen setze ich auf Gore-Tex Schuhe, da mir trockene Füße ohne wundgescheuerte Stellen im Zweifelsfall doch wichtiger sind als die Laufeffizienz (zumindest bei Etappenläufen) – man muss ja auch am Folgetag noch schmerzfrei laufen können. Unterschiedliches Schuhwerk bedeutet auch unterschiedliche Be-/Entlastung für die Füße. Ein bisschen Abwechslung in sieben Tagen entlastet die Füße und schützt vor Verletzungen. Auf der alten Ostroute gingen Abschnitte von 20km und mehr über Schotter und Asphalt – hier hatte ich sogar einen gut gedämpften Straßenlaufschuh im Gepäck und während den Etappen gewechselt. Prinzipiell gilt: DEN passenden Trailschuh für alle Läufer und alle Bedingungen gibt es nicht – also nehmt die Schuhe mit in denen ihr euch wohl fühlt und wagt keine Experimente.

Socken:

Von Anfängern oft vernachlässigt aber ebenso wichtig wie das passende Schuhwerk ist die Wahl der Socken. Sie sollten perfekt passen, Feuchtigkeit transportieren, an den wichtigen Stellen schützen und im Optimalfall stabilisierend auf Muskeln und Gelenke wirken. Meine persönlichen Favoriten sind hier die CEP Ultralight Run Socks, die deutlich leichter und dünner als alle bisherigen Kompressionsstrümpfe sind und zudem eine perfekte Passform bieten. Bei heftigem Regen kombiniere ich meist kurze Merino Socken (Merino Short Socks) mit leichten Calfs. Bei Kälte und Schnee sind mir hingegen lange Merinosocken am liebsten (Run Merino Socks).

Stöcke:

Es gibt Faltstöcke, Fixstöcke und Stöcke zum Zusammenschieben. Das Reglement gibt vor, wer mit Stöcken startet muss mit Stöcken ins Ziel kommen. Das Aufnehmen von Stöcken ist verboten. Ob wir mit oder ohne Stöcke an den Start gehen, hängt vom Höhenprofil und vom Untergrund ab. Faltstöcke lassen sich sehr klein zerlegen und praktisch an den Rucksack schnallen. Fixstöcke sind am leichtesten und stabilsten von allen, haben aber den Nachteil, dass man sie das ganze Rennen über in der Hand halten muss. Das Laufen mit Stöcken im Gelände und welche Art von Stöcken sollte vorher unbedingt ausprobiert werden. Tina und ich laufen den Faltstock Micro Trail Pro von Leki. Sehr leicht, super schnelles Faltsystem und das bewährte Trigger Shark System, das man vom Langlaufen kennt und auch mit passenden Handschuhen perfekt funktioniert.

GPS-Uhr:

Wichtig, um zurückgelegten und bevorstehenden Weg genau zu kennen und um sich das Rennen dementsprechend einteilen zu können. Wer den GPS-Track auf der Uhr hat, spart sich die Karten in der Pflichtausrüstung. Die neuesten Multifunktionsuhren bieten von Kompassfunktion über Laufstilanalyse bis Live-Tracking-Funktion alles, was mehr oder weniger wichtig ist. Man sollte unbedingt darauf achten eine robuste Uhr mit langer Akkulaufzeit und gutem GPS Empfang zu wählen.

Regenjacke:

Die Jacke ist Teil der Pflichtausrüstung und hat beim TAR eine der schwierigsten Aufgaben: Einerseits soll sie extrem leicht und gut verstaubar sein, da sie (hoffentlich) meist im Rucksack bleibt. Andererseits muss sie im Hochgebirge vor Regen, Schnee, Wind und Kälte schützen und den Körper vorm Auskühlen schützen. Zudem sollte sie atmungsaktiv sein und beim Laufen nicht stören. Ich verlasse mich auf eine 3-Lagen-Hardshell Jacke mit Kaputze (SCOTT Trail MTN Dryo Plus).

Funktionskleidung:

Ohne Funktionskleidung macht Laufen, und eigentlich jede andere Sportart auch, weniger Spaß. Sie muss atmungsaktiv sein, eine gute Passform haben und natürlich gut aussehen. Beim TAR sollte man für jede Witterung die passende Kleidung parat haben. Bei Übernachtung in Hotels oder Pensionen ist auch ein Wäscheservice möglich.

Rucksack:

Im Rucksack sollte die komplette Pflichtausrüstung inkl. Verpflegung und Getränk Platz finden. Es gibt mittlerweile einige gute Rucksäcke auf dem Markt, die jeder entsprechend seines Körperbaus und seiner Vorlieben auswählen muss. Wie immer gilt – testen, testen, testen. Ich schwöre mittlerweile auf Softflasks als Trinksystem, da ich den Inhalt der Flaschen individuell anpassen kann (nur Wasser, Wasser Gel Mischung), einen Überblick über den Inhalt habe und sich die Flasks an den Verpflegungsstellen schnell nachfüllen lassen. Zudem habe ich gleich meinen „Trinkbecher“ für die VPs dabei.

Sonstige Pflichtausrüstung:

Auf den meisten Trailwettkämpfen im alpinen Gelände ist vorgeschrieben, dass man seinen Körper komplett verdecken kann, um bei einem Wetterumschwung gegen Kälte geschützt zu sein. Natürlich wird bei schönem Wetter mit T-Shirt und Short gelaufen. Hier empfehlen wir lange Kompressionssocken anzuziehen, Ärmlinge zu tragen und in den Rucksack Knielinge zu packen - schon ist das oben genannte Reglement abgedeckt. Erste Hilfe Päckchen und Mobiltelefon muss eines pro Team mitgeführt werden - man darf es folglich auf beide Partner verteilen.

Text: Markus Mingo

Fotos: Marco Felgenhauer

Weitere Artikel zur Serie Road to Transalpine Run 2016

Etappe 1: Partnerwahl

Etappe 2: Training

Etappe 3: Regeneration

Etappe 4: Ernährung