Wolfgang´s Jahresrückblick 2017

Mein Jahr startete aus läuferischer Sicht eigentlich äußerst unspektakulär. Zum einen plagten mich noch ein paar Wehwehchen aus der Laufsaison 2016, zum anderen reizten mich zu dieser Jahreszeit Alternativsportarten, wie Langlauf und Tourenski einfach deutlich mehr. Ein Traumwinter im Januar mit bester Schneelage ermöglichte ein paar tolle Skitouren direkt von meiner Haustüre aus und die naheliegenden Loipen waren auch bestens präpariert.

Den tollen Winter krönten wir dann Mitte April zum Abschluss mit einem „gschmeidigen“ Skitouren-Ausflügerl nach Zermatt und Chamonix. Wobei „Chamonix“ in diesem Fall wirklich ein Satz mit „X“ war und wir noch an Ort und Stelle direkt von der Skitourenausrüstung auf kurze Hose und Laufschuhe umstiegen. Der Umstieg von Ski auf Lauf war kurz und schmerzvoll, denn wir nahmen uns dort gleich mal die Vertical KM Stecke vor J

 

„Do grinsn´s, d´Buam“ – Johannes, Mich und ich in Zermatt. Merci Buam für des geile Ausflügerl!

Von nun an stand Laufen und die Teilnahme bei der Pierra Menta Anfang Juni voll im Fokus.

Das dreitägige Teamrennen in den Savoyer Alpen umfasste insgesamt 70 Kilometer und 7000 Höhenmeter. Radikale Strecken, frenetische Zuschauer, herzliche Helfer und ein starker Teampartner machten die drei Tage zu einem meiner absoluten Highlights.

 

Am Vortag bei der Startnummernausgabe hatten Johannes und ich noch gut Lachen.

Wie so oft, nach derartigen sportlichen Verausgabungen, begleitete mich in den folgenden paar Wochen ein kleines Motivationsloch. Mit Radsport und Krafttraining hielt ich mich dem Laufsport etwas fern und folglich kam die Motivation für mein nächstes Ziel wieder von ganz alleine zurück.

Mitte Juli startete ich dann mit meiner Vorbereitung für DEN Berglauf in unserer Region, dem Kaitersberglauf. Mein persönliches Ziel setzte ich mir mit einem Trepperlplatz beim „Kine vom Kaitersberg“ am 17. September hoch, aber realistisch. Beste Unterstützung gab´s hierfür durch Sepp von der Sportschule KINEMA durch einen gezielten Krafttrainingsplan. Lauftechnisch plante und steuerte die gesamte Vorbereitung mein Freund Andi Aschenbrenner. Vielen Dank dafür an dieser Stelle! Im Großen und Ganzen wurde sehr viel flach und schnell trainiert, gespickt mit ein paar kurzen, aber intensiven Intervallen am Berg. Im Rahmen der Vorbereitung nahm ich am Osserlauf in Lam teil, wo ich mit einem 3. Platz den Weg zur richtigen Form bestätigen konnte.

Einen weiteren Peak in der Vorbereitungszeit setzte ich Ende August mit einem, mir enorm wichtigen, persönlichen Projekt. Mein Vorhaben war, Start/Ziel die Osser-Eisdiele und dazwischen direttissima auf meinen Hausberg, den Kl. Osser, und wieder zurück zu laufen und (!) eine Kugel Eis zu bestellen J – das Ganze unter einer Stunde. Oft hatte ich es probiert, oft bin ich an der 1h-Marke gescheitert. Dieses eine Mal hatte dann einfach alles gepasst. Am Schluss standen 8,8km mit 740hm und 55 Minuten auf meiner Uhr und die Kugel Zitroneneis schmeckte doppelt so gut. Fazit: Es muss nicht unbedingt immer ein „großer“ Wettkampf sein. Auch persönliche, sportliche Projekte können unglaublich motivierend sein und enormen Spaß bereiten! Nächstes Jahr unbedingt wieder – Ideen hab ich schon J

 17. September – Raceday Kaitersberglauf. Das Rennen konnte ausgehen, wie es wollte, ich wäre damit zufrieden gewesen. Zufrieden deswegen, weil ich zum einen nach zwei Jahren Zuschauen endlich mal wieder selber an den Start gehen konnte, zum anderen, weil die Vorbereitung für den Lauf reibungslos verlief und ich einfach mal wieder einen längeren Zeitraum ohne Verletzungen und Wehwehchen durchtrainieren konnte. Der Rennverlauf ist schnell erzählt – 38 Minuten all out und fertig. Verdienter Sieger und in einer anderen Liga laufend, wurde Olav Schober mit deutlichem Vorsprung – RESPEKT!!! Mit meinem zweiten Platz war ich mega zufrieden und stolz zugleich.

 

 

 

Zum Abschluss der Saison ging es dann, fast schon traditionell, zum Limone Skyrace am Gardasee. Die gute Form vom Kaitersberglauf konnte ich beibehalten und mit ein paar längeren Bergeinheiten noch spezifischer für diesen Lauf trainieren. Wie jedes Jahr sollte es ein Highlight werden und einen tollen Abschluss der Laufsaison darstellen. Ich hatte mir viel vorgenommen, vielleicht zu viel?! Das Resultat war leider mein erstes DNF. Groß philosophieren muss ich jetzt darüber nicht – das tun ja schon die selbsternannten Sportpsychologen der Nation. Ich kann nur eins sagen: ich hab´s verkraftet und mein Leben hat sich deswegen nicht verändert ;-)

So, das war mein sportlicher Jahresrückblick in ein paar Worten. Die Vorfreude auf das kommende Jahr ist riesig und ein paar Wettkämpfe sind auch schon fix. Den Hauptfokus werde ich auf kurz, steil und schnell legen – soviel steht fest.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr und eine sportliche und gesunde Saison 2018!

Wolfgang