Zugspitz Trailrun Challenge 2015 - Bericht Maria

Marias Bericht zur Zugspitzchallenge 2015

Zum zweiten Mal trat ich heuer zum Start der Zugspitzchallenge an, doch diesmal mit einem anderen Ziel als letztes Jahr, nämlich das Bestreiten der „Tripel-Challenge“ in Garmisch und Ehrwald. „Deutschlands härtester Trail Marathon“, so war das Rennen am Samstag zum Gipfel der Zugspitze betitelt worden.

Start zum ersten Lauf, dem City-Sprint,  war Freitag um 18 Uhr in Garmisch. Eine kurze knackige Laufstrecke, bei der es Hindernisse zu überwinden und Stock und Stein zu überspringen galt. Ein tolles Rennen, das ich hervorragend als Einstimmung auf die kommenden Tage nutzen konnte. Im Einzelstart ging es durch den Kurpark in Garmisch. Der Spaß stand hier an oberster Stelle, da ich mit einem solchen Streckenlauf nicht gerechnet hatte. Als erste Läuferin ging die Spitzenbiathletin Laura Dahlmeier an den Start, sie legte natürlich eine top Zeit vor. „Auf Augenhöhe mit einer Weltklasse Sportlerin“, ein Grund mehr, alles zu geben.  Leider konnte ich die Zeit nicht ganz knacken, belegte somit an diesem ersten Tag den zweiten Rang der Woman-Wertung, aber den ersten Platz der Tripelwertung. Bei der Verteilung der Leadershirts für den Folgetag wurde plötzlich mein Name aufgerufen. Im ersten Moment war ich ganz perplex, im nächsten jedoch bereits stolz, am Samstag mit diesem an den Start gehen zu dürfen.

Aufgrund der vorhergesagten schlechten Wetterverhältnisse wurde die Startzeit bereits am Freitagabend beim Briefing auf 8 Uhr verschoben, zusätzlich wurde das Ziel einen Kilometer nach unten verlegt. Etwas traurig über diese Streckenänderung (schließlich war das Gipfelkreuz mein Ziel) fiel Samstagmorgen pünktlich der Startschuss zum Marathon auf die Zugspitze. Diesmal wollte ich das Rennen taktisch klug angehen, nicht die „Gejagte“ sein, nicht das Tempo vorgeben und mich ziehen lassen. Das erste Feld setze sich relativ schnell ab und nach einem Sturz der 2. Platzierten, war ich schon wieder auf Position zwei gelandet, gleichauf mit der Britin Sophie Grant. Das Rennen war abwechslungsreich, tolles Wetter und eine super Kulisse bot sich während des Laufens. Keine Zeit zum Nachdenken, „Laufen und Genießen“ war angesagt. Über den Grünen Ups (1852m) und die Ehrwaldalm, bog die Strecke auf die Route der Vertical Challenge ein. Nach netten Plaudereinen mit Läufern ging es dann in Richtung Pestkapelle (1617m), weiter zum Gatterl (2024m) und schließlich auf steinigen, hochalpinen Wegen zum Ziel am Sonnaplin (2662m). Spätestens nach der letzten Verpflegungsstation musste ich meine Gespräche einstellen, nun hieß es kämpfen um an der 1. Platzierten dranzubleiben. Leider ließ ich bei Verpflegung 3 und 4 zu viel Zeit liegen und musste dadurch die Führende nun ziehen lassen. Zusätzlich zog plötzlich Nebel ein und es begann zu Regnen. Nach hartem Kampf über die steilen steinigen Passagen empfing mich meine Schwester kurz vor dem Ziel und begleitete mich die letzten 400m meines Marathons. Nach einer Laufzeit von 6h:22min erreichte ich schließlich als zweite Dame hinter Sophie  Grant das Ziel. Super stolz und spürbar kaputt ging es anschließend mit der Bahn Richtung Ehrwald, wo bereits eine riesige Portion Nudeln auf uns wartete.

Am Sonntag ging ich erneut im Leadershirt, etwas gestresst aber natürlich voller Ehrgeiz das Trikot zu verteidigen, an den letzten Start in Ehrwald. Das herrliche Wetter und die heute vergleichbare „kurze Strecke“  ließen den Gliederscherzen jedoch keinen Vortritt, der strahlende Sonnenschein und die angenehmen Temperaturen wirkten sich auf das Gemüt der Läufer und Läuferinnen aus. Nach ersten schweren Schritten konnte ich die 2. und 3. platzierten Läuferinnen der Gesamtwertung gut unter Kontrolle halten. Lediglich drei Läuferinnen, darunter meine Schwester, waren vor mir unterwegs. Als ich mir relativ sicher sein konnte, den Sieg der Tripelwertung nicht mehr zu verlieren, stelle sich mein Kopf und Körper auf ein entspanntes Rennen ein, die letzten Kilometer bis zum Ziel konnte ich noch einmal richtig genießen. In Ehrwarld wurde ich von meiner Schwester (auf die ich sehr sehr stolz bin, 3. Platz beim Halbmarathon) und meinen Freunden mit Jubelrufen empfangen.

Überglücklich und ein bisschen fassungslos war das Gefühl auf dem Siegerpodest!

Ein super tolles Laufwochenende, bei einer schönen familiären und top organisierten Laufveranstaltung.

… fast wie im Urlaub.