Wels Halbmarathon - Any surface, any distance

„Any surface – any distance“, so das Motto des amerikanischen Ausnahmeathleten Sage Canaday. Auf Deutsch könnte man den Spruch so interpretieren, dass ein wirklich guter Läufer überall zu Hause sein sollte – egal ob 10k Straßenlauf oder 100k Ultratrail. Recht hat er! Klar muss man sich spezialisieren um auf einem Gebiet wirklich top zu sein, aber schnelle Beine und zugehörige Bestzeiten über 10 Kilometer, den Halbmarathon und den Marathon gehören für einen ambitionierten Läufer einfach dazu und sorgen natürlich auch für den nötigen Speed auf den Trails.

Vorbereitung Halbmarathon

Lange und ausdauernd auf Trails laufen kann ich. Meine Schwächen liegen ganz klar bei den kurzen Distanzen, egal ob Berg oder Straße. Genau daran wollte ich Anfang des Jahres arbeiten um mich gezielt auf das hohe Tempo bei der Berglauf WM in Slowenien einzustimmen. So stand als erklärtes erstes Saisonziel eine persönliche Bestzeit im Halbmarathon auf dem Programm, die am 20. März im österreichischen Wels fallen sollte. Neben dem obligatorischen langen Lauf auf Trails, Skitouren oder Langlaufen baute ich deshalb seit Dezember auch gezielt Bahnintervalle und Tempoläufe in mein Training ein. Mit Martin Mühlbauer fand ich einen Trainingspartner, der seit seiner Jugend Leistungssport betreibt und der es gewohnt war sich mit großem Enthusiasmus zu schinden. Und siehe da, es zeigte Wirkung: Das Tempo wurde höher, die Intervalle länger und Ende Februar waren in den Vorjahren unvorstellbare Serien wie 4 x 3000m in 3:25 oder 6 x 1000m in 3:10 kein Problem mehr.

 

 

Better your best in Wels

Am 20. März in Wels sollte sie dann fallen die persönliche Bestzeit. Der Termin war zwar etwas früh im Jahr, aber für einen ersten Formcheck 2016 sollte es reichen. Jochen Maurer komplettierte das Team Gamsbock, das sich ambitionierte Ziele gesteckt hatte: Markus wollte die 1:15h Schallmauer (3:30er Pace) knacken, Martin und Jochen hatten sich die 1:18h (3:40er Pace) vorgenommen. Wir hatten gut trainiert, fühlten uns fit und gingen auch ganz offen mit unseren anvisierten Zeiten um. In Wels angekommen waren wir doch etwas ernüchtert: Die erwarteten frühlingshaften Temperaturen wurden durch unangenehme fünf Grad und teilweise eisigem Wind ersetzt, der den flachen, schnellen Kurs etwas Würze verleihen sollte. Für Zuschauer reizvoll: Der Rundkurs wird von den 1200 Teilnehmern dreimal durchlaufen und gibt den Begleitern die Möglichkeit die favorisierten Sportler relativ stressfrei an sechs Positionen anzufeuern. Das Rennen selbst verlief eher unrhythmisch: Nach einem flotten Start ließen die vielen Gegenwindpassagen die Pace permanent schwanken, was teilweise ganz schön Körner kostete. Am Ende wurde es hart aber nicht grenzwertig – so standen um 11:18h drei strahlende Gamsböcke im Ziel, die mit ihrer Leistung, der aktuellen Form und dem Leben an sich sehr zufrieden waren.  

 

Team Gamsbock - 2. Platz Mannschaftswertung

(Text: Markus Mingo, Fotos: Evi Mühlbauer)

Ergebnisse:

Markus Mingo: 1:14:39 (8. Platz, 3. M35)

Jochen Maurer: 1:17:42 (22. Platz, 6. M35)

Martin Mühlbauer: 1:17:49 (23. Platz, 5. MH)

http://results.pentek-timing.at/results/show_results_db.php?veranstnr=12890&racenr=1