Patrouille des Glaciers – Das härteste Skitourenrennen der Welt!(?)

Patrouille des Glaciers – Das härteste Skitourenrennen der Welt!(?)

Zweifelsohne, die Patrouille des Glaciers ist hart, sie ist knüppelhart. Und die Strecke zwischen Zermatt und Verbier ist lang, elendig lang (53km, 4.000Hm). Und die Temperaturen auf der 3.600 Meter hohen Tete Blanche sind kalt, arschkalt. Und die Abfahrten – vor allem die am Seil – können gefährlich sein, sehr gefährlich.

Dennoch, die Patrouille des Glaciers ist mehr ein „Social Event“, als ein richtiges Rennen. Die Tage im Wallis sind ein riesengroßes Klassentreffen für mehr als 4.000 Skibergsteiger – und solche, die glauben, dass sie welche sind. Nach unseren Erfahrungen bei der Pierra Menta zähle ich mich selber immer noch eher zur zweiten Kategorie.

Die soziale Bedeutung dieses geschichts- und prestigeträchtigsten Rennens zeigt u.a. auch die medial fachmännisch ausgeschlachtete Teilnahme der bezaubernden Pippa Middleton. Genau! Die Pippa! Die mit dem tollen – tiefausgeschnittenen – Kleid, die mit der tollen Figur, die ihrer Schwester bei der Hochzeit die Show stahl. Gerne hätten wir mit Pippa in Verbier ein paar Bier getrunken. Leider ist sie schon am Mittwochvormittag erfolgreich ins Ziel gekommen. :-)

Dass die Patrouille etwas Magisches hat, zeigte mir 2012 und 2014 vor dem Start eine noch nie erlebte Nervosität. Selbst mein bester Freund Michael, der nicht einmal am Tag des Jüngsten Gerichts mit der Wimper zucken würde, war sichtlich nervös – und ich nicht sehr viel weniger.

Wie man es auch dreht und wendet: Als Skibergsteiger muss man einmal bei der Patrouille des Glaciers dabei gewesen sein! Ich bin sogar der Überzeugung, dass man alle zwei Jahre dabei sein muss; alleine schon um die eigene körperliche und mentale Verweichlichung zu verlangsamen.

Seit Tagen denke ich schon an unseren Start (Sa., 0.15 Uhr) im Herzen Zermatts. Ich denke an die alkoholgeschwängerte Partystimmung in den engen Gassen, an das nervöse Gezappel hunderter Skibergsteiger im Startbereich, an das Gefühl in die Dunkelheit hinaus zu laufen in das größte Abenteuer der Saison. Ich möchte nicht wissen, wie viele Quadratmeter „Gänsehaut“ kurz vor dem Start in Zermatt auf den Körpern der Läufer gemessen werden könnten.

Die Erinnerungen an halberfrorene Finger bei mehr als -20 Grad und fast 90km/h Wind auf der Tete Blanche, die Tränen in den Augen auf dem Weg hinauf zur Rosablanche und die unermessliche Endorphinausschüttung beim Zieleinlauf in Verbier 2014 werden mich noch lange begleiten. Zu intensiv sind solche Erlebnisse – für die man(n)/Frau bei Jochen Schweizer bestimmt zehntausende Euro bezahlen müsste –, als dass man sie vergessen könnte.

Den schlechten Wettervorhersagen für Samstag kann ich dennoch etwas Positives abgewinnen. Je härter die äußeren Bedingungen bei einer Bergtour sind, umso intensiver nimmt man alles wahr und umso länger erzählt man sich die Geschichten. ;-)  

Mit Michael und Stefan Loibl (Skitour Magazin) an meiner Seite weiß ich, dass es richtig gut und vor allem witzig wird – egal was kommt!

Vive la Patrouille!

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