Lichtenstein Skyrace

Der Winter ist endlich vorbei und Deutschlands Trailrunner juckt es merklich in den Beinen. Wenn dann auch noch Denis Wischniewski, Chefredakteur des TRAIL Magazins in seiner Geburtsstadt zum Skyrace ruft, lässt es sich die Szene natürlich nicht nehmen zahlreich im schwäbischen Lichtenstein zu erscheinen. Während sich ab Juli die Sportler auf zahlreiche Events in den Alpen verteilen, garantiert der frühe Zeitpunkt im Rennkalender ein hochkarätiges Starterfeld. So stehen mit Lukas Nägele, Matthias Bauer (1. Platz U.TLW 2015), Timo Zeiler (mehrmaliger deutscher Berglaufmeister) oder Benni Bublak (2. Platz Zugspitz Ultratrail 2015) einige der besten deutschen Trailrunner an der Startlinie.

Für Maria Koller und Markus Mingo war es ein ganz besonderes Rennen, galt es doch die DLV Nominierungskriterien für die 13. WMRA Long Distance Mountain Running Championships am 18. Juni 2016 in Podbrdo/SLO zu erfüllen, die eine Leistungsbestätigung im Jahr 2016 auf einer profilierten Strecke bis zur WM Distanz vorsahen. Mit Berglauf-Chef Kurt König einigte man sich darauf, dass der Lichtenstein Skyrace eine optimale Gelegenheit dafür bot, zumal mit Lukas Nägele ein weiterer Kaderathlet das Rennen zur Normerfüllung nutzen wollte.

Die Voraussetzungen schienen nicht optimal für die beiden Bayerwäldler: Die Strecke über die schönsten Pfade der schwäbischen Alb war zwar wunderschön, aber technisch zu wenig anspruchsvoll um die Downhillqualitäten auszuspielen. Zu allem Überfluss brach sich Maria eine Woche vorher den Finger und musste mit Handschiene laufen.

Trotzdem standen die Beiden nach vierstündiger Anfahrt hochmotiviert und begleitet von Max Hochholzer und Martin Mühlbauer an der Startlinie - fest entschlossen das Ticket für die WM zu lösen.

Markus lief von Beginn an sein Tempo und ließ den blitzschnellen Lukas Nägele erst einmal ziehen. Die ersten 15 Kilometer waren gespickt von zermürbenden Orientierungsproblemen, einigen kurzen „Verläufen“ und einem Rückstand von über sieben Minuten auf den Führenden. Die letzten 30 Kilometer lief es aber richtig gut: Das Tempo blieb hoch und die Halbmarathonmarke wurde nach 1:45h passiert. Beim letzten längeren Anstieg zahlte sich dann das Trainingslager mit den schnellen Jungs des Berglaufteam-Deutschland aus: Mingo konnte sich entscheidend vom gleichauf liegenden Matthias Bauer absetzen und seinen Vorsprung bis zum Ziel kontinuierlich ausbauen. Er finishte die 45 Kilometer und 1900 Höhenmeter als Zweiter in 3:51:29 hinter Lukas Nägele (3:45:35) und vor Benjamin Bublak (4:01:03) und Matthias Bauer (4:06:38).

Bärenstark präsentierte sich Maria Koller, die von Beginn an ein einsames Rennen bei den Frauen lief und in der Klassezeit von 4:33:36 die Zweitplatzierte Miriam Köhler (5:01:52) um fast 30 Minuten distanzierte.

Damit haben beide Läufer des Team Gamsbock ihre gute Form unter Beweis gestellt und der Traum, für Deutschland an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, ist wieder ein Stückchen näher gerückt.