U. Trail Lamer Winkel - Martin Mühlbauer

Mit Steffi Koller, Martin Mühlbauer und Jochen Maurer hatte das Team Gamsbock drei heiße Eisen im Feuer, wenn es um die Vergabe der Top Platzierungen des U.TLW ging. Steffi belegte hinter der überragenden Tina Fischl einen starken zweiten Platz beim Osser-Riesen. Martin und Jochen wollten inmitten nationaler Trailrunninggrößen mit einer Top-Ten Platzierung die Szene aufhorchen lassen. Beide hatten stark trainiert, beide befanden sich in der Form ihres Lebens und beide hatten das Potential für eine Platzierung unter den ersten zehn der Gesamtwertung .

Martin musste auf Rang sechs liegend bei Kilometer 35 verletzungsbedingt aussteigen, Jochen belegte nach hartem Kampf in 5:41:39 einen sensationellen 7. Platz (3. M30). Wie nahe Freud und Leid beim Trailrunning beeinander liegen lest ihr hier in ihren Laufberichten:

 

Alles kommt anders als erwartet

"Nicht mal ein Jahr ist es her, als ich zum Team Gamsbock gestoßen bin und seitdem vor allem mit Markus Mingo viele Stunden auf Trails, Straßen und den Bergen verbracht habe. Das große Ziel für mich: Mein Heimrennen - der U. Trail Lamer Winkel. Hier wollte ich mich beweisen, zeigen dass ein Skifahrer auch laufen kann. Ich weiß noch ganz genau was ich antwortete als mich Markus fragte was ich erreichen möchte. „Unter de Top  15 wa scho wos“

Endlich war er da, der Tag X. Endlich 0800 am Seepark. Geiles Wetter und dieses unglaubliche Gefühl, dass jeder Sportler kennt wenn man am Start steht. Endlich hörte ich den Böllerschuss und startete los, mit der Blasmusik voraus.

Meine Taktik war klar. Erstmal abwarten und nicht das ganze Pulver bis zum Eck verschießen. Am Eck herrschte Volksfeststimmung. Man muss sich schon beherrschen hier nicht einen Sprint einzulegen. Ich fühlte mich pudelwohl mit meinem Tempo und konnte am Mühlriegel nochmal ein bisschen zulegen. So oft bin ich am Goldsteig entlang gelaufen, aber bei diesem Wetter war es wieder ein Genuss dort oben zulaufen. Und die Zeit verging wie im Fluge. Schon stand ich am Arber-Gipfel. Dort oben wusste ich, dass beim Brennes meine Frau Evi, meine Eltern, die ganze Familie auf mich wartete und beflügelte mich nochmals beim Downhill. Dieses Gefühl zu beschreiben wenn man runter kommt und die ganze Familie auf einen wartet, die schwangere Frau mit Verpflegung ist schwer zu beschreiben. Einfach Geil.

Kurz aufgetankt und schon ging es weiter Richtung Ebensäge.

Auf den Weg dorthin ereilte mich ein Schicksal, das ich einfach nicht glauben konnte. Es war nur ein falscher Schritt und schon war es passiert. Muskelfaserriss. Ich denke jeder kennt dieses Gefühl es einfach nicht wahr haben zu wollen. Nur noch schleppend kam ich voran. Die letzten Meter waren eine Qual, nicht körperlich, sondern mein Kopf voller Enttäuschung.

Auf der Scheibe stand zum Glück Dr. Paula der mich sofort mit gekonntem Griff untersuchte. Wir tauschten uns kurz aus und waren uns einig, weiterlaufen machte keinen Sinn.

Hier muss ich ehrlich sagen dass es meine Schuld war. Das Training war für mich ein schmaler Grat. Hop oder Top. Für mich ging bis dahin alles gut auf. Doch ich denke mein Körper flehte nach einer Pause und hat die Schlussfolgerung daraus gezogen.

Was für mich bleibt ist die Erkenntnis fast alles richtig gemacht zu habenJ

Wie sagte mein Bruder am Telefon zu mir „Vom Mond aus betrachtet wirkt des ganze ned so schlimm“

Recht hat er." (Martin Mühlbauer)

Fotos: Marco Felgenhauer (www.woidlife-photography.de)