U. Trail Lamer Winkel - Jochen Maurer

Mit Steffi Koller, Martin Mühlbauer und Jochen Maurer hatte das Team Gamsbock drei heiße Eisen im Feuer, wenn es um die Vergabe der Top Platzierungen des U.TLW ging. Steffi belegte hinter der überragenden Tina Fischl einen starken zweiten Platz beim Osser-Riesen. Martin und Jochen wollten inmitten nationaler Trailrunninggrößen mit einer Top-Ten Platzierung die Szene aufhorchen lassen. Beide hatten stark trainiert, beide befanden sich in der Form ihres Lebens und beide hatten das Potential für eine Platzierung unter den ersten zehn der Gesamtwertung .

Martin musste auf Rang sechs liegend bei Kilometer 35 verletzungsbedingt aussteigen, Jochen belegte nach hartem Kampf in 5:41:39 einen sensationellen 7. Platz (3. M30). Wie nahe Freud und Leid beim Trailrunning beeinander liegen lest ihr hier in ihren Laufberichten:

Ultratrail Lamer Winkel – oder, wie für mich ein perfekter Samstag aussieht.

Bereits nach der Teilnahme bei der ersten Auflage des Trailevents im Herzen des bayerischen Waldes, stand für mich fest, dass ich im folgenden Jahr auf jeden Fall wieder an der Startlinie im Seepark Arrach stehen werde, nur diesmal etwas besser vorbereitet.

Ich bin eigentlich ein Allroundsportler, der vom schnellen Skitourengehen über Mountainbiken bis zum Traillauf alles gerne macht. Einzige Voraussetzung für mächtig Spaß aus meiner Sicht ist Sport draußen in unserer wunderschönen Natur!

Da mich also nach dem ersten Start beim UTLW der Ehrgeiz gepackt hat und sich auch bei anderen Läufen, wie dem König vom Kaitersberg herausgestellt hat, dass ich lauftechnisch anscheinend nicht ganz talentfrei durch die Prärie hüpfe, habe ich mich also in der Vorbereitung fast ausschließlich auf den Laufsport konzentriert und Krafttraining und Alternativtraining auf ein Minimum konzentriert.

Da ich mich leidenschaftlich mit Trainingslehre und sportgerechter Ernährung befasse, habe ich mir also einen groben Fahrplan ab Januar 2016 im Kopf zurecht gerückt.

Dieser hat Anfangs einfach nur aus Grundlagentraining mit vielen lockeren Kilometern gespickt mit ordentlich Höhenmetern auf meist verschneitem Untergrund des wunderschönen Goldsteig-Wegs bestanden.

Richtung Frühjahr galt es dann einen Tempoblock zu absolvieren, welcher wöchentlich zuerst eine, später dann zwei Tempoeinheiten vorsah. Diese bestanden meist aus Intervallen auf der Bahn und einem Tempodauerlauf, welcher im Umfang wöchentlich gesteigert wurde.

Als Abschluss des Blocks und zur Standortbestimmung ging es dann zusammen mit Markus Mingo und Martin Mühlbauer vom Team gamsbock.com nach Wels in Österreich zum Halbmarathon.

Dort konnte Markus erstmals die 1:15h unterbieten und Martin und Ich konnten mit einer hervorragenden 1:17er Zeit debütieren.

Somit war klar, dass die Richtung stimmte und konnte zuversichtlich die letzten Kilometer und vielen Höhenmeter mit einem Mix aus Umfang und Tempo absolvieren.

Es gab noch ein paar Vorbereitungswettkämpfe über 10km und einen 22km Trailwettkampf in unserer Partnerstadt Susice, zu dem uns Max Hochholzer vom Orga-Team begleitete und tatkräftig unterstützte.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass so eine intensive und langwierige Vorbereitung einfach nur wie an einer Perlenschnur gezogen abläuft.

Es ist ganz genau so, wie beim eigentlichen Wettkampf über 53km und 2700hm. Höhen und Tiefen geben sich teilweise im Minutentakt die Klinke in die Hand und man wird von Emotionen und Zweifeln übermannt, welche einer echten Achterbahnfahrt gleichen können.

Doch die Momente wenn es dann einfach „läuft“ und man wirklich eins ist draußen mit der Natur, egal ob die Sonne brennt, oder der Bart von Eiszapfen überzogen ist, ist mit nichts auf der Welt vergleichbar.

Dennoch war ich froh, als ich gestern dann endlich wieder in Arrach am Seepark in so viele bekannte und erwartungsvolle Gesichter blicken konnte, welche zwar genau wussten, welche Strapazen auf sie zukommen würden, sich jedoch in Sicherheit wiegen konnten, dass dieser Event wieder einmal einfach perfekte Rahmenbedingungen bieten würde und man jederzeit, egal was passiert einfach nur gut aufgehoben ist.

Somit will ich über das Rennen selbst nicht viel sagen. Ja es war hart, ja es war eine krampfgeplagte Hitzeschlacht und ja ich habe mindestens 1000mal ans aufgeben gedacht.

Doch jedes mal, wenn so ein Gedanke aufkam, war entweder eine Verpfelgungsstation da, die mit Köstlichkeiten aufwarteten, welche man im Urlaub am 5-Sterne Buffet nicht findet. Das ist in Sachen selbst gebackenen Kuchen absolut ernst gemeint.

Oder man blickt in die stets freundlichen und gut gelaunten Augen der vielen freiwilligen Helfer an den Stationen, am Wegesrand und im Ziel, welche mit Ihrem genialen Einsatz so eine Veranstaltung erst möglich machen.

Und wenn das dann Richtung Osser alles nicht mehr hilft, dann denkt man an den Gänsehaut überladenen Zieleinlauf auf den Lamer Marktplatz, wo die Menge tobt und jeden einzelnen Läufer bis zum Zielschluss gebührend empfängt und an dessen Ende dann Maria, Max, Markus, Wolfgang und Johannes stehen und einen mit einem breiten Grinsen in Empfang nehmen.

Es ist einfach ein unvergessliches Erlebnis unsere wunderschöne Natur mit einem solch grandiosen Sportevent zu verbinden und ich kann nur jedem Läufer oder Zuschauer ans Herz legen sich die 3. Auflage dieses Krachers nicht entgehen zu lassen.

Ein letztes mal ziehe ich meinen Hut vor all den Ehrenamtlichen und dem Orga-Team.

Jochen Maurer

Fotos: Marco Felgenhauer (www.woidlife-photography.de)