U.TLW 2018: Michael beim Trailrunning Fest im Bayerischen Wald

Michael Münsterer lief auf seiner Heimatstrecke das Rennen seines Lebens und finishte auf einem starken 12. Platz. Hier berichtet er von seinen Erlebnissen auf den „Home-Trails“ im Lamer Winkel:

Bild: Marco Felgenhauer

„Von und für Trailrunner“ lautet der Spruch auf der Hompage des Dynafit U.Trail Lamer Winkel und das kann wahrscheinlich jeder einzelne Läufer, der hier am Start war, bestätigen. Ein rundum perfekt organisierter Lauf, den hier das Team Gamsbock zum dritten Mal auf die Beine gestellt hat.

Es standen wieder zwei Strecken zur Verfügung, bei denen insgesamt rund 700 Läufer an den Start gingen. Zum einen den „Osser-Riese“ mit 24 Kilometer und 1200 Höhenmetern, zum anderen den „König vom Bayerwald“ mit 55 Kilometer und 2600 Höhenmeter.

Erfahrungsbericht Michael

Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, wie ich den U.TLW empfunden habe. Unbeschreiblich um ehrlich zu sein, wenn man bei so einem Event, in seinem Heimatdorf starten darf und von Freunden, Verwandten und Bekannten über die gesamte Strecke angefeuert wird.

Im Startblock umgeben von Top-Läufern freute ich mich riesig auf den Startschuss und war gleichzeitig auch richtig angespannt, mit der Angst einen schlechten Tag zu erwischen. Vom Start weg fühlte ich mich aber sehr gut und lief mit in einer 4er Gruppe Bayerwoidla (Thomas Lechermann, Schober Andreas und Wanninger Thomas) zur Bergwertung am Eck. Und was sich am Eck abspielte, war verrückt, hunderte von Leuten feuerten uns in dreier Reihen an. Es war absolut überwältigend, ein riesen Dankeschön an alle Zuschauer.

Auch den weiteren Rennverlauf bis hin zum kl. Arbersee hätte ich mir nicht besser wünschen können. Mein Freund und Trainingspartner Thomas Lechermann und ich bewältigten zusammen, gut gelaunt, Gipfel um Gipfel. Leider plagten Thomas nach dem Downhill vom Gr. Arber zum kl. Arbersee Krämpfe, so musste ich von da an ohne ihn weiter. Der nächste längere Anstieg bis zur nächsten VP Scheiben ging ziemlich locker und oben angelangt wurde ich belohnt mit einem erneuten Stimmungsnest voller Zuschauer, genial…

Noch zwei Anstiege vor mir und immer noch bestens gelaunt ging’s weiter Richtung Zwercheck, auch dieser Anstieg ging noch relativ locker von den Beinen.
Die lange Forststrecke bis hin zum letzten Anstieg auf den Osser zog sich dann schon und allmählich waren auch die Beine nicht mehr ganz so locker. Diesen letzten Gipfel musste ich mir richtig erkämpfen und auf jeden Schritt aufpassen, denn bei jedem zu langen merkte ich, dass die Waden zumachen. Die Strecke hinauf zum Osser bin ich wahrscheinlich schon so rund um die 50mal gelaufen, aber so hart war’s noch nie. Immer wieder redete ich mir ein: „da bist scho so oft afe, etz kimmst heid a no afe“.

Oben angelangt in dem Wissen jetzt nur noch bergab ins Ziel, war ich überglücklich und auch die Zuschauer hier bei der letzten VP machten wieder eine Hammer Stimmung. Den Abschluss diesen genialen Rennens, auch ihn hätte ich mir nicht viel besser wünschen können. Kurz vor dem kl. Osser traf ich nämlich auf Lukas Sörgel, der leider auch von Krämpfen geplagt, schon das Tempo herausgenommen hatte. So beschlossen wir gemeinsam den Downhill bis ins Ziel zu laufen. Danke Lukas, es war mir eine Ehre! 🙂

Der Zieleinlauf, wie nicht anders zu erwarten absoluter Wahnsinn. Danke danke danke an alle diese Zuschauer für diese Stimmung. Danke an alle Helfer und natürlich das Orga-Team für diese perfekte Veranstaltung. 5:46:05 Stunden war ich für die 55km und 2600hm unterwegs und im Nachhinein muss ich sagen, es war jede einzelne Minute wert. Für mich der beste Trailwettkampf, einfach geil bei uns im Woid…