Lichtenstein Skyrace

Der Winter ist endlich vorbei und Deutschlands Trailrunner juckt es merklich in den Beinen. Wenn dann auch noch Denis Wischniewski, Chefredakteur des TRAIL Magazins in seiner Geburtsstadt zum Skyrace ruft, lässt es sich die Szene natürlich nicht nehmen zahlreich im schwäbischen Lichtenstein zu erscheinen. Während sich ab Juli die Sportler auf zahlreiche Events in den Alpen verteilen, garantiert der frühe Zeitpunkt im Rennkalender ein hochkarätiges Starterfeld. So stehen mit Lukas Nägele, Matthias Bauer (1. Platz U.TLW 2015), Timo Zeiler (mehrmaliger deutscher Berglaufmeister) oder Benni Bublak (2. Platz Zugspitz Ultratrail 2015) einige der besten deutschen Trailrunner an der Startlinie.

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Patrouille des Glaciers – Das härteste Skitourenrennen der Welt!(?)

Patrouille des Glaciers – Das härteste Skitourenrennen der Welt!(?)

Zweifelsohne, die Patrouille des Glaciers ist hart, sie ist knüppelhart. Und die Strecke zwischen Zermatt und Verbier ist lang, elendig lang (53km, 4.000Hm). Und die Temperaturen auf der 3.600 Meter hohen Tete Blanche sind kalt, arschkalt. Und die Abfahrten – vor allem die am Seil – können gefährlich sein, sehr gefährlich.

Dennoch, die Patrouille des Glaciers ist mehr ein „Social Event“, als ein richtiges Rennen. Die Tage im Wallis sind ein riesengroßes Klassentreffen für mehr als 4.000 Skibergsteiger – und solche, die glauben, dass sie welche sind. Nach unseren Erfahrungen bei der Pierra Menta zähle ich mich selber immer noch eher zur zweiten Kategorie.

Die soziale Bedeutung dieses geschichts- und prestigeträchtigsten Rennens zeigt u.a. auch die medial fachmännisch ausgeschlachtete Teilnahme der bezaubernden Pippa Middleton. Genau! Die Pippa! Die mit dem tollen – tiefausgeschnittenen – Kleid, die mit der tollen Figur, die ihrer Schwester bei der Hochzeit die Show stahl. Gerne hätten wir mit Pippa in Verbier ein paar Bier getrunken. Leider ist sie schon am Mittwochvormittag erfolgreich ins Ziel gekommen. :-)

Dass die Patrouille etwas Magisches hat, zeigte mir 2012 und 2014 vor dem Start eine noch nie erlebte Nervosität. Selbst mein bester Freund Michael, der nicht einmal am Tag des Jüngsten Gerichts mit der Wimper zucken würde, war sichtlich nervös – und ich nicht sehr viel weniger.

Wie man es auch dreht und wendet: Als Skibergsteiger muss man einmal bei der Patrouille des Glaciers dabei gewesen sein! Ich bin sogar der Überzeugung, dass man alle zwei Jahre dabei sein muss; alleine schon um die eigene körperliche und mentale Verweichlichung zu verlangsamen.

Seit Tagen denke ich schon an unseren Start (Sa., 0.15 Uhr) im Herzen Zermatts. Ich denke an die alkoholgeschwängerte Partystimmung in den engen Gassen, an das nervöse Gezappel hunderter Skibergsteiger im Startbereich, an das Gefühl in die Dunkelheit hinaus zu laufen in das größte Abenteuer der Saison. Ich möchte nicht wissen, wie viele Quadratmeter „Gänsehaut“ kurz vor dem Start in Zermatt auf den Körpern der Läufer gemessen werden könnten.

Die Erinnerungen an halberfrorene Finger bei mehr als -20 Grad und fast 90km/h Wind auf der Tete Blanche, die Tränen in den Augen auf dem Weg hinauf zur Rosablanche und die unermessliche Endorphinausschüttung beim Zieleinlauf in Verbier 2014 werden mich noch lange begleiten. Zu intensiv sind solche Erlebnisse – für die man(n)/Frau bei Jochen Schweizer bestimmt zehntausende Euro bezahlen müsste –, als dass man sie vergessen könnte.

Den schlechten Wettervorhersagen für Samstag kann ich dennoch etwas Positives abgewinnen. Je härter die äußeren Bedingungen bei einer Bergtour sind, umso intensiver nimmt man alles wahr und umso länger erzählt man sich die Geschichten. ;-)  

Mit Michael und Stefan Loibl (Skitour Magazin) an meiner Seite weiß ich, dass es richtig gut und vor allem witzig wird – egal was kommt!

Vive la Patrouille!

#teamgamsbock #degwoidausmwoid #skitourmagazin #pdg2016

Wels Halbmarathon - Any surface, any distance

„Any surface – any distance“, so das Motto des amerikanischen Ausnahmeathleten Sage Canaday. Auf Deutsch könnte man den Spruch so interpretieren, dass ein wirklich guter Läufer überall zu Hause sein sollte – egal ob 10k Straßenlauf oder 100k Ultratrail. Recht hat er! Klar muss man sich spezialisieren um auf einem Gebiet wirklich top zu sein, aber schnelle Beine und zugehörige Bestzeiten über 10 Kilometer, den Halbmarathon und den Marathon gehören für einen ambitionierten Läufer einfach dazu und sorgen natürlich auch für den nötigen Speed auf den Trails.

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Verrückter Sonntag – Der ganz normale Trainingswahnsinn

Was macht man, wenn man sich zwischen zwei Dingen nicht entscheiden kann? Natürlich beides! Am Ende eines knackigen Trainingsblocks mit zahlreichen Intervallen und Tempoläufen stand für Markus Mingo und Martin Mühlbauer am 28.02. der Lauf um den Murner See im Rahmen der Wechselszene Winterlauf Challenge auf dem Programm. Die Vorgabe:  15 Kilometer Tempolauf im angestrebten Halbmarathonrenntempo. Schön und gut, wäre da nicht am Nachmittag noch die Winterkultveranstaltung schlechthin: Der 10. Bike & Run in Fuhrn.

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Vertical Up Kitzbühel 2016 – a hell of a run!

Die Schlacht am Hahnenkamm ist geschlagen.

„Immer wenn ich die XS-Hosen flattern sehe, weiß ich, jetzt ist Vertical Up Zeit hier am Hahnenkamm“, begrüßt uns der Moderator und lässt dabei den Blick über die angespannten Gesichter in der ersten Startreihe schweifen. Ich muss feststellen: hier gehöre selbst ich zu den etwas „Massiveren“ :-) Die Anspannung steigt ins unermessliche bei dem Gedanken daran, dass ich gleich von 1000 Verrückten, bewaffnet mit Spikes und Stöcken, den Berg hochgejagt werde. Hunderte Zuschauer zählen den Countdown runter und schon bei „Fünf“ explodiert die angestaute Spannung und die Meute stürmt los, als gäbe es kein Morgen mehr.

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Transcavallo - Memmen, aber ganz harte!

Am Start stehen bärenstarke Skibergsteiger mit sonnengegerbten und ausgemergelten Nordwandgesichtern – und zwei Burschen aus dem Bayerischen Wald. Mit Anfang/Mitte 30 gehören Michael und ich doch tatsächlich zu den jüngeren Semestern dieser traditionsreichen Veranstaltung.

Zwei Tage und fast 4.000 Höhenmeter! Transcavallo 2016 - ein gelungener Auftakt! (Foto: privat)

Transcavallo, wie das italienische Rennen an der Grenze zwischen Venetien und Friaul heißt, findet zum 33. Mal statt. Als einziges deutsches Team stellen wir uns der zweitägigen Herausforderung auf Ski. Michael und ich kennen uns seit 27 Jahren und wissen, wie es aussieht, wenn der andere nervös und latent angespannt ist. Vor dem Start an beiden Renntagen ist es mal wieder soweit.

Als einziges deutsches Team laufen wir mehr mit als gegen die italienischen Raketen. (Foto: Transcavallo Alpago)

Der erste Renntag beginnt gleich mal mit der Spezialdisziplin des Duos Mühlbauer/Schmid. Eine lange flache Forststraße erfordert Langlaufqualitäten, die wir beide nicht haben. Vielleicht sollten wir doch mal Nachhilfeunterricht bei Therese Johaug nehmen. Schwer kommen wir in Tritt, haben aber trotzdem viel zu lachen auf der abwechslungsreichen Strecke – außer in der Abfahrt. Ich vermute, dass selbst Marcel Hirscher und Felix Neureuther dicke Backen gemacht hätten, wenn sie den eng gesteckten „Baumslalom von Tambre“ gesehen hätten. Der wesentliche Unterschied zu einem Weltcup, wie wir ihn aus dem Fernsehen kennen, sind die mannsdicken Baumstangen, die auch bei heftigstem Ellbogeneinsatz nicht kippen wollen und die – nennen wir sie – unpräparierte weiße Unterlage. Nach der letzten Abfahrt und einer bergab Tragepassage erreichen wir lachend das Ziel und grinsen uns an: „Wos war denn des bitte?“

Da hätte ich gerne mal Marcel Hirscher und Felix Neureuther gesehen! (Foto: Transcavallo Alpago)

Ziemlich zufrieden und heilfroh, dass wir das erste richtige Abenteuer des Winters gesund überstanden haben, stehen wir im Ziel und quatschen mit vielen anderen sympathischen Skibergsteigern.

Nach einer abendlichen Pizza und ausreichend Vino bianco fühlen wir uns am zweiten Renntag erstaunlich frisch. Im ersten Anstieg und der ersten Abfahrt fühle ich mich aber, als hätte ich noch nie auf Ski gestanden. Nachdem ich bergauf ein-, zweimal in einer Spitzkehre ausgerutscht und beim Abfahren kopfüber im Schnee gelandet bin, fing der anfangs stotternde Motor ab dem zweiten Anstieg an zu laufen.

Bei diesem Anblick wird einem warm ums Herz! Ja, auch wegen der Temperatur... (Foto: Transcavallo Alpago)

Michael und ich finden unser Tempo und kämpfen uns in unzähligen Spitzkehren hinauf zum Monte Guslon auf fast 2.200 Meter. Gänsehaut macht sich am Körper breit und das Grinsen wird trotz körperlicher Grenzbelastung immer breiter, als wir am Gipfel von italienischen Tifosi angefeuert werden. Undenkbar, dass einem eine so lautstarke und emotionale Unterstützung bei einer Sportveranstaltung in Deutschland zu Teil werden könnte. Die Zuschauer hier oben fühlen mit uns, als wir nach 2.300 Höhenmetern im Wettkampftempo - mit bis zum Boden hängender Zunge - die Wechselzone erreichen.

www.drehdenhahnauf.com Es mal so richtig krachen lassen mit Zaunlatten unter den Füßen! (Foto: Tanscavallo Alpago)

So schön es auch ist, angefeuert zu werden, wir sind nicht zum Feiern hier, sondern zum schnell sein! Felle ab, Bindung verriegeln, Skibrille ins Gesicht ziehen und schon beginnt der nächste Höllenritt auf Zaunlatten – ohne jedoch den obligatorischen Juchezer (bayerischer Ausdruck für Freudenschrei) zu vergessen. Ich hätte nie gedacht, dass ich beim Skifahren mal froh bin, auf einer Eisplatte zu fahren. Auf den Eisplatten können wir es krachen lassen und uns den ein oder anderen brutal anstrengenden Schwung im zusammengeschobene Schnee ersparen. Die Oberschenkel flehen bei jedem Schwung um Erbarmen! Erbarmungslosigkeit zählt grundsätzlich nicht zu unseren Eigenschaften, aber jetzt hilft es nicht. Die letzten Meter ins Ziel genießen wir und fallen uns knapp nach der Ziellinie in die Arme.

Immer weiter! Wir sind nicht hier, um bejubelt zu werden! (Foto: Transcavallo Alpago)

Fazit

Jeder Teilnehmer weiß, was der Andere an den zwei Renntagen physisch und psychisch durchgemacht hat. Hier geht’s nicht um Sekunden und Minuten, sondern um die Anerkennung der Leistung des Anderen. Mensch und Material werden bis an die Grenze des Möglichen belastet. Mit Abstand betrachtet wundere ich mich wirklich, dass sich – zum Glück – kaum jemand verletzt.

Ein bißchen Spaß muss sein! Dass es aber gleich so witzig wid, hatten wir nicht gedacht! (Foto: privat)

Mit einem Auge schaue ich mir Sportveranstaltungen als Athlet an, mit dem anderen als Organisator. Ein Skitourenrennen im Gebirge bei Lawinenwarnstufe 3 auf höchstem Niveau zu realisieren und im Ziel ausschließlich total abgekämpfte, aber strahlende Skibergsteiger zu sehen, ist die hohe Schule!

Die Italiener sind verrückt – im Falle von Transcavallo im positiven Sinne! Völlig undenkbar, dass ein Rennen dieser Art in Deutschland oder Österreich durchgeführt wird. Zu viele Oberbedenkenträger hätten ihr Veto eingelegt, wenn sie sich die abschließende Waldabfahrt angeschaut hätten. Unser Entschluss steht bereits im Ziel fest! „Des is genau unsa Weda! Des schau ma uns nomoi o!“ (Übersetzung: Das hat uns sehr gefallen! We’ll be back!).

Ziemlich zufrieden #degwoidausmwoid (Foto: privat)

Hier geht’s zu den Moves…

Tag 1 http://www.movescount.com/de/moves/move94068093

Tag 2 http://www.movescount.com/de/moves/move94300563

 

Und hier geht’s zu den Ergebnissen…

Tag 1 http://www.tds-live.com/ns/index.jsp?login=&password=&is_domenica=-1&nextRaceId=&dpbib=&dpcat=&dpsex=&serviziol=&pageType=1&id=7713&servizio=000&locale=1040

Tag 2 http://www.tds-live.com/ns/index.jsp?login=&password=&is_domenica=0&nextRaceId=&dpbib=&dpcat=&dpsex=&serviziol=&pageType=1&id=7714&servizio=000&locale=1040

Geißkopf Run 2016 – Die Schlacht am Goaßkopf

Die Idee ist einfach aber genial: Den Berg hoch – egal wie. Hauptsache eigene Muskelkraft! Was beim Vertical Up auf der Kitzbüheler Streif längst Kult ist – hier messen sich seit Jahren die besten Skibergsteiger und Bergläufer der Welt – hält nun mehr und mehr Einzug in den Bayerischen Wald.

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Schneegamsbock Johannes lässt es krachen

Unser stärkster "Wintergamsbock" Johannes lässt es im Moment ordentlich knacken. Nach einem tollen Rennen am Kitzsteinhorn lässt er beim Schladming Snowrun 2015 die starke Konkurrenz um Toni Palzer aufhorchen. Wozu "DeGwoidausmWoid" fähig ist, möchte er am Samstag, 19. Dezember in Viehhofen (AUT) bei der Deutschen Meisterschaft Vertical im Skibergsteigen zeigen.

Seine lesenswerten Berichte findet man hier:

Schladming Snowrun 2015

Kitzsteinhorn Eisbrecher